Das Handout zum Sonntag: Der Brief

Das Handout zum Sonntag

Unter Handouts versteht am im Rollenspiel für gewöhnlich spielergänzende Unterlagen, Informationen und sonstige Gegenstände. Während die Abenteuer in der Regel nur durch die Erzählungen der Rollenspielgruppe gemeinsam erlebt werden, sind Handouts Anschauungsobjekte, die das Rollenspiel ergänzen und vertiefen. Dabei sollen Handouts möglichst authentisch wirken und den Spielern die Möglichkeit geben, ein Stück der Spielwelt „in die Hand zu nehmen“.

Edalon und spielleiten starten daher das Gemeinschaftsprojekt Handout-Sonntag. Das bedeutet, dass an jedem ersten Sonntag eines Monats, auf beiden Blogs ein Handout vorgestellt wird: Von einer Anleitung zur Herstellung, über praktische Tipps zum Umgang bis zum Einsatz am Spieltisch.

Der Brief

Briefe sind nach wie vor das geläufigste Mittel, wenn wir Originaldokumente versenden wollen. Ein Brief wirkt offizieller und wichtiger als eine Email, wenn es um geschäftliches geht. Zwischen Freunden wiederum wirkt der Brief viel persönlicher und es gibt auch heute noch Menschen die den Charme eines Briefes über alle andere Kommunikationsmöglichkeiten stellen (so gibt es soziale Netzwerke, in denen sich Leute anmelden, um Brieffreunde zu finden). Ein Brief enthält mehr Informationen, als die, welche auf den beschriebenen Blättern darin, verfasst sind. Dies macht ihn als Handout interessant.

Steckbrief

Brief

Spielgenre

Alle

Kosten

Gering

Vorbereitungsdauer

Kommt auf den Inhalt an

Effekt am Spieltisch

Informationsvermittlung, Rätsel, Spaßfaktor, Spieltiefe, Spannung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die SC an einen Brief kommen. Die offensichtlichste ist, dass jemand ihnen einen Brief geschickt hat. Doch allein dies kann schon interessant sein:

  • wenn die Person normalerweise auf anderen Wegen mit den SC kommuniziert (im persönlichen Gespräch, mit Hilfe von Magie, Handys, Email…).

  • wenn der Brief keinen Absender hat und die Spieler rätseln müssen von wem dieser Brief stammt.

  • wenn der Absender die Adresse des Empfängers weiß, obwohl er sie nicht wissen soll oder kann (weil die SC z.B. auf einer geheimen Mission sind).

Die andere Möglichkeit ist natürlich, dass die Spieler an einen Brief herankommen, welcher nicht an sie gerichtet war. Vielleicht haben sie ihn geklaut, in der Jackentasche eines Toten gefunden oder im Vorfeld abgefangen.

Welche Informationen kann ein Brief also liefern, abgesehen, von seiner geschriebenen Botschaft? Fangen wir mit dem Umschlag an:

  • Absender und Empfänger-Adresse sind natürlich zwei wichtige Informationen, welche auf einem Brief auftauchen können (aber nicht müssen).

  • Die Art der Frankierung und der Poststempel können wichtige Informationen beinhalten, besonders, wenn der Absender fehlt.

  • Gibt es zusätzliche Vermerke von der Post? Es könnte beispielsweise vermerkt sein, dass der Brief schon zweimal vergeblich zugestellt wurde…

  • Stimmt die Größe des Umschlags mit dem Inhalt überein oder fehlt offensichtlich etwas? (Ein halbes Meter langes Paket mit nur drei DIN-A5-Blättern darin, sollte stutzig machen.)

  • Ist der Umschlag in einem guten Zustand oder sieht er aus, als wäre er schon jahrelang durch die Gegend getragen worden.

  • Ist der Umschlag (das Siegel) unversehrt?

  • Was zeigt das Siegel?

Um alte Briefumschläge zu finden, lohnt sich ein Blick auf eBay. Gibt man in der Suche Briefumschläge ein und sucht in allen Kategorien findet sich so einiges. Diese Brieumschläge sind dann natürlich schon beschrieben, was für die Spielvorbereitung bedeutet, dass man die Namen der NSC anpassen muss. Dafür werden die Spieler wiederum ziemlich Augen machen, wenn sie einen „Originalbriefumschlag“ für diesen NSC aus dem Jahre 1920 in die Hand bekommen.

Der Inhalt selbst – also die beschriebenen Blätter – können ebenfalls Informationen beinhalten, welche nicht offensichtlich sind:

  • Was verrät das Schriftbild über den Schreiber? dafont.com ist eine Seite unter vielen, welche Schriftarten zur Verfügung stellt.

  • Die Ausdrucksweise des Verfassers können Rückschlüsse über den Bildungsstand dieser Person erlauben.

  • Im Brief können sich Informationen über den Verfasser, Empfänger oder deren Verhältnis zueinander befinden.

  • Auf was für Papier wurde der Brief verfasst?

  • Gibt es versteckte Nachrichten im Brief? Möglichkeiten wären hier:

    • Unterstrichene Wörter

    • Absichtliche Rechtschreibfehler

    • Scheinbar zufällig gesetzte Punkte über oder unter Buchstaben, es können auch Tintenkleckse sein.

    • Mikropunkte

Letztendlich kann ein Brief natürlich noch eine ganze Menge Bonusmaterial enthalten:

  • Reste von Füllmaterial, um etwas zerbrechliches zu polstern

  • Kleine oder flache Gegenstände wie Ringe, Amulette, Fotos, Karten, Geld, Ausweise…

  • Verträge oder andere wichtige Dokumente

Ein Brief kann also vollgepackt sein mit expliziten und impliziten Informationen, welche die Spieler oder ihre SCe entdecken und darüber rätseln können.

Hier findet Ihr die Liste der Handouts zum Sonntag vom 05.02.2012.

Über spielleiten

Autor von spielleiten.wordpress.com
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Eine Antwort zu Das Handout zum Sonntag: Der Brief

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