Ausspielen und Auswürfeln

Dieser Artikel erscheint ebenfalls für den aktuellen Karneval Verkleiden, Lügen, Täuschen. Gerade beim Lügen und Täuschen ist wichtig, ob der SC Erfolg hat und dafür muss geklärt sein, wie ein Erfolg überhaupt bestimmt wird. Es geht hier um den ewigen “Widerspruch“ zwischen auswürfeln und ausspielen sozialer Fähigkeiten. Für diesen Beitrag möchte ich daher zwei Spielertypen vorstellen: Darsteller und Würfler.

Darsteller

Der Darsteller spielt jede soziale Interaktion aus, indem er in die Ich-Perspektive schlüpft, um als SC zu reden. Dabei möchte er das Gespräch in die gewünschte Bahn lenken und gleichzeitig die persönlichen Eigenschaften seines SCs betonen. Wir freuen uns, dass der Darsteller den genauen Verlauf eines Gesprächs präsentiert und uns eine lebendige Darstellung seines SCs gibt. Unerfreulich wird es, wenn das Spiel keinen Fortschritt macht, weil auch alle unwichtigen Gespräche aufgebläht werden. Der Darsteller fokussiert viel Aufmerksamkeit auf sich.

Würfler

Der Würfler bleibt bei sozialen Interaktionen mit der Er-Perspektive auf Abstand. Er trägt  die Argumente seines SCs kurz und abstrakt vor – falls überhaupt. Er verlässt sich nicht auf seine Redegewandtheit als Spieler, sondern auf die Fähigkeiten seines Charakters und den entsprechenden Würfelwurf. Wir freuen uns, dass bei Würflern die Leistung des SCs von der Leistung des Spielers entkoppelt ist und objektiver bewertet werden kann. Unwichtige Gespräche verbrauchen bei Würflern wenig Spielzeit. Unerfreulich wird es, wenn der SC hinter den Würfeln versteckt wird und Versuche ihn in ein persönliches Gespräch zu verwickeln geblockt werden.

Eines vorweg: Sowohl Darsteller, als auch Würfler, können sich gut oder schlecht in ihren SC hineinversetzen. Es kann genauso passieren, dass der Darsteller beim darstellen seinen SC vergisst, wie, dass der Würfler sich voll mit seinem SC identifiziert ohne dies zu zeigen. Dazu kommt, dass man selten einen reinen Darsteller oder Würfler am Tisch hat. In den meisten von uns steckt ein bisschen von beidem und bei vielen bestimmt die Tagesform wie viel Darsteller und Würfler sie gerade sind. Dennoch rede ich weiterhin vom Würfler und Darsteller und der Leser sollte im Kopf immer ergänzen: „manchmal ist der Würfler (Darsteller) auch ein Darsteller (Würfler).“

Wir haben normalerweise also immer eine Mischung am Spieltisch sitzen, was – richtig genutzt – von Vorteil ist.

Kommen wir nun zur eigentlichen Frage zurück: Wie regelt man, ob ein SC mit einer sozialen Aktion Erfolg hat? Die zwei offensichtlichen Möglichkeiten heißen: Ausspielen und Auswürfeln. Schauen wir uns also kurz an, was passieren würde, wenn man alles ausspielt oder alles auswürfelt. Danach präsentiere ich eine Mischung aus beidem, welche ich sowohl spieltechnisch als auch menschlich, als fair betrachte.

Alles Ausspielen

Man kann bestimmen, dass soziale Aktionen nie durch Würfel oder Regeln aufgelöst werden, sondern immer ausgespielt werden müssen. Ein radikaler Ansatz der zu viel Darstellerei führt. Denn diese ist für den Spielleiter die einzige Möglichkeit festzustellen, wie überzeugend ein SC ist. Die Gefahren einer solchen Spielweise lauern praktisch an jeder Ecke hier ein paar davon:

  • Sie schließt Würfler nahezu aus. Ihnen bleiben verschlossene, analytische, schüchterne oder stumme SC – oder eine andere Spielrunde.
  • Sämtliche Bemühungen die sozialen Fähigkeiten des SCs zu verbessern sind verschwendet und wären an handfesteren Stellen besser investiert.
  • Das Spiel wird unglaublich zäh. Man stelle sich zum Beispiel vor, wie die Helden mit einigen Schätzen zurück in die Stadt kommen und der Verkauf jedes einzelnen Stückes ausgespielt werden muss.
  • Die Tagesform der Spieler schlägt ungefiltert auf die Form ihrer SCe durch. Das führt zu völlig unrealistischen Situationen, wenn in der Spielwelt keinerlei Zeit vergangen ist, der Spieler aber eine völlig andere Tagesform hat, als beim letzten Spielabend.
  • Es besteht die Gefahr, dass diese Nicht-Regelung ausgenutzt wird: Befindet sich der SC beispielsweise in einer jämmerlichen oder angst einflößenden Situation, kann sich der Spieler dagegen immer noch blendend fühlen. Es gibt dann keine Möglichkeit hier über Regeln Realismus einzubringen.

Es gibt also einige Gründe die gegen pures Ausspielen sprechen. Schauen wir uns das Gegenstück an.

Alles Auswürfeln

Der andere radikale Ansatz ist, alle Ergebnisse sozialer Aktionen über die Würfel zu bestimmen. Fehlen die entsprechenden Fähigkeiten auf dem Charakterbogen, hat der Spieler also kaum eine Möglichkeit einen NSC zu “bequatschen“. Die sozialen Fähigkeiten der Spieler werden komplett aus der Gleichung genommen oder negativer ausgedrückt: weggebügelt. Das lässt den Darstellern weniger Möglichkeiten ihren SC in der Ich-Perspektive auszuspielen. Anfangs machen sie es vielleicht noch, doch wenn am Ende alles nur am Würfelwurf hängt, lassen sie es wahrscheinlich irgendwann sein. Den SC als Rolle aufzufassen geben die Darsteller also mehr oder weniger auf und die Würfler fangen erst recht nicht damit an.

Diese Regelung ist regeltechnisch fair, während die Darsteller immer noch wenige Möglichkeiten haben, ihren SC auszuspielen. Nur sind dies immer belanglose Situationen. In einer solchen Gruppe würde ich schnell das Ausspielen entscheidender Situationen vermissen.

Ein Kompromiss

Wie erwähnt, stecken in den meisten von uns Darsteller und Würfler. Wir haben eben gesehen, dass sowohl das Ausspielen, als auch das Auswürfeln seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Wie bedient man also die Interessen der Darsteller und der Würfler, während man gleichzeitig die Vorteile von Auswürfeln und Ausspielen genießt?

Boni fürs Ausspielen? – Nur die halbe Miete!

Ein Vorschlag, der an dieser Stelle oft kommt – und auch in die richtige Richtung weist – ist gutes Ausspielen mit einen Bonus auf den Würfelwurf zu belohnen. Genauer betrachtet wird aber klar, dass die Darsteller gegenüber den Würflern immer noch den Vorteil haben. Dazu muss man nur zwei identische SC hernehmen und diesen einmal von einem Darsteller lügen lassen und einmal von einem Würfler lügen lassen. Der Darsteller bekommt den Bonus und hat damit einen Vorteil.

Um diesen Ansatz ein Stückchen fairer zu machen, sollte man auch die Möglichkeit des Scheiterns einbringen. Wenn sich der Spieler dazu entscheidet – und hier ist wichtig, dass er sich auch dagegen entscheiden kann – eine Situation auszuspielen, kann das Resultat auch negativ ausfallen! Das Ausspielen wird dadurch zu einem Manöver, deren Vor- und Nachtteile der Spieler abwägen muss.

Gerade in schwierigen Situationen muss der Darsteller überlegen, ob die eigenen sozialen Fähigkeiten ausreichen, die Situation wirklich zu verbessern oder, ob sein SC es besser alleine probiert. Beim ausschließlichen Verteilen von Boni würde der Darsteller überhaupt nicht zögern, denn er hätte ja nichts zu verlieren.

Mit dieser Regelung steht beim Ausspielen tatsächlich etwas auf dem Spiel. Wenn der Darsteller es trotz widriger Umstände schafft, einen Bonus durch gutes Ausspielen zu erreichen, fällt die Wertschätzung durch andere Spieler auch höher aus, als wenn er nur “mal wieder“ einen Ausspiel-Bonus abgegrast hat.

Die erste und dritte Person

Ist dieser Ansatz also nun richtig fair? Noch nicht ganz. Momentan stehen dem Darsteller schlicht mehr Optionen zur Verfügung als dem Würfler. Die Situationen in denen ihm das Ausspielen zum Vorteil gereicht, sind zwar weniger geworden, dennoch hat er sie, während der Würfler von der ganzen Sache erst einmal nichts hat. Dazu kommt, dass die Darsteller mehr Aufmerksamkeit der Runde genießen.

Mit den Boni haben wir für die Würfler einen Anreiz geschaffen, sich beim Ausspielen zu versuchen. Mit den verschieden schwierigen Situationen, können diese das Ausspielen auch erst einmal auf sicheren Gefilden ausprobieren. Die Darsteller zeigen ihnen außerdem wie es funktionieren (oder scheitern) kann. Man kann es den Würflern aber noch ein bisschen einfacher machen: Erlaube ihnen in der dritten Person zu bleiben! Wie anfangs schon erwähnt, kann der Würfler sich genau so gut mit seinem Charakter identifizieren, mag es jedoch nicht, diesen aus der Ich-Perspektive zu führen. Ein Verhalten, dass man durchaus respektieren sollte.

Beim Ausspielen zu beschreiben, welche Argumente der Charakter ins Feld führt (ohne sie selbst auszuformulieren) wie er sich verhält (ohne sich selbst so zu verhalten) und was in ihm vorgeht (ohne zu versuchen dies durch Körpersprache auszudrücken), sollte daher genauso legitim sein, wie das Ausspielen in der ersten Person. Das ist nicht nur menschlich fair gegenüber den Würflern, sondern wird auch von Darstellern mit schlechter Tagesform positiv bewertet.

Im Rampenlicht stehen

Wir haben nun große Mühen darauf verwendet eine Regelung zu finden, welche Darsteller und Würfler spieltechnisch angleicht. Es bleibt immer noch ein Punkt übrig: Die Darsteller genießen mehr Aufmerksamkeit. Das abstrakte Ausspielen in der dritten Person geht oft kürzer und schneller über die Bühne, als das weitschweifige Ausspielen in der ersten Person. Hier liegt es am Spielleiter dafür zu sorgen, dass das Spotlight gerecht verteilt ist. Dies bedeutet, dass er bei Darstellern sich öfters als notwendig in die dritte Person zurückzieht, um unwichtigere Interaktionen schneller abzuhandeln, während er bei Würflern jeden Ausflug in die erste Person begrüßt. Dadurch verteilt er die Aufmerksamkeit gerechter über die Spieler.

Zusammenfassung und Links zum Weiterlesen

Nun haben wir eine Regelung, welche – zumindest von mir – regeltechnisch, als auch menschlich, fair angesehen werden kann. Ich wäre jedoch vorsichtig, diese neue Regelung auf einen Schlag in bestehende Gruppen einzuführen. Wie man diese Methode schrittweise in seine Runde einpflegt und die Spieler langsam an diesen neuen Spielstil gewöhnen kann, wird von Mike Bourke auf Campaign Mastery gut erläutert.

Ich bin nicht der erste, welcher sich zu diesem Thema Gedanken gemacht hat und empfehle dem Leser sich weiter umzuschauen. Ein guter Startpunkt ist dieser Artikel mit den dazugehörigen Diskussionen von Jörg D. auf Richtig Spielleiten!
Hier noch einmal alle wichtigen Zutaten der Kompromisslösung:

  • Darsteller und Würfler können sich genauso gut (und schlecht) mit ihren Charakteren identifizieren.
  • Verteile Boni für das Ausspielen von Situationen, aber auch Mali. Besonders in schwierigen Situationen sollte die Gefahr einen Mali zu bekommen hoch sein.
  • Das Ausspielen ist optional. Wenn sich ein Spieler auf die Werte seines SCs verlasen möchte, dann kann er dies auch.
  • Erlaube Spielern ihre Handlungen in der ersten oder in der dritten Person auszuspielen.
  • Behandle Spieler, welche die erste Person bevorzugen, öfters in der dritten Person als notwendig (dritte Person geht allgemein schneller).
  • Nimm bei Spielern, welche die dritte Person bevorzugen, jedes Angebot Dinge in der Ich-Perspektive auszuspielen an.

Behalte dabei im Hinterkopf, dass die letzten beiden Punkte allein darauf abzielen die Aufmerksamkeit der Runde gleichmäßig über die Spieler zu verteilen (die erste Person ist nicht “besser“ als die dritte).

Ich wünsche eine fantastische Woche!

– Michael

Über spielleiten

Autor von spielleiten.wordpress.com
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4 Antworten zu Ausspielen und Auswürfeln

  1. Pingback: Soziale Fähigkeiten ausspielen oder auswürfeln? « Rollenspiel-Blog

  2. Falk schreibt:

    guter Artikel mit noch mehr Potential. Etwas schade, daß du nicht auf mögliche, inhaltliche Widersprüche beim Ausspielen/Würfelergebnisse eingegangen bist oder welchen Unterschied es macht, ob man vor oder nach dem Ausspielen würfelt oder wie oft man würfeln soll (z.B. der Spieler akzeptiert einfach nicht und das Überreden geht einfach weiter).
    Das sind eigentlich eher die Probleme, mit denen wir uns herumschlagen.

    Magst du nochmal beschreiben, inwiefern diese Mischregel nun Darsteller und Würfler gleich fair behandelt. Das kann ich noch nicht so sehen.

  3. spielleiten schreibt:

    Viele Fragen bleiben offen, da hilft oft auch nur das Gespräch in der Gruppe wie man die Dinge handhaben möchte. Ich habe in meinen Gruppen z.B. die feste Regel eingeführt, dass bei SC-SC-Interaktion überhaupt nicht gewürfelt wird. Denn wir hatten mal einen Spezialisten, der der Meinung war, wenn er abartige Überreden-Fertigkeiten hat, könnte er seine Mitstreiter auch zu jedem Mist überreden. Das haben wir dann dadurch ziemlich schnell wieder eingedämmt und er sah es auch sofort ein (Es gab ja auch immer noch genug NSC die er überreden konnte).

    Wegen Ausspielen vor dem Würfeln oder andersherum, muss man abwägen: Wenn man zuerst Ausspielt kommen die Argumente vielleicht so glasklar, dass man als normal denkender nur noch den Kopf schütteln kann, wenn jemand einem nicht glaubt oder sich nicht überzeugen lässt. Wenn dann der Würfel (trotz Bonus) etwas anderes sagt, dann muss man ein bisschen kreativ werden. Bei Spielern, welche ihre Argumente in dritter Person ablegten ist es da natürlich einfacher, da kann man sich einfach darauf zurückziehen, dass der SC zwar gute Argumente vorgebracht hat, sie aber so unüberzeugend darlegte, dass sie beim Gegenüber einfach nicht gezündet haben und dieser nun auf stur schaltet. Beim Ausspielen in der ersten Person ist es da schwieriger, da der SL ja meistens sofort reagieren möchte, indem er direkt antwortet. Da sollte man sich mit einer Entscheidung des NSC einfach ein bisschen zurückhalten und mal hören, was der SC da noch so zu sagen hat. Dann würfeln, dann entscheiden. Wenn der NSC trotz klarster Argumente, den Menschenverstand verachtend, sich nicht gewünscht verhält (da der Würfelwurf des SC einfach unterirdisch schlecht war), dann ist das eine knifflige und interessante Situation. Welche aber auch Potential bietet, denn es ist ja geradezu ein Mysterium warum sich der NSC so verhält. Vielleicht hat er ja ganz gute Gründe, welche die SC einfach noch nicht durchblicken?

    Würfelt man zuerst und spielt dann aus, bekommt man ganz andere Probleme. Das banalste ist wohl, wenn ich schon gepatzt habe und den Würfel hier vor mir sehe, warum soll ich dann überhaupt noch Ausspielen? Da gibt es dann natürlich die Möglichkeit verdeckt zu würfeln. Man muss aber auch immer aufpassen, dass die ganze Prozedur für den Spieler nicht zu undurchsichtig wird. Wenn jetzt der Spielleiter zuerst verdeckt irgendwas würfelt, mich dann fragt, ob ich es ausspielen möchte, ich dies tue, danach der SL ein bisschen überlegt und mir sagt: „Jupp, leider nicht geschafft.“ dann würde ich mich seltsam fühlen und in gewissen Situation unfair behandelt.

    Eine saubere Antwort kann ich dir da nicht geben, da es auch auf eure Gruppe ankommt. Ich persönlich gebe der Reihenfolge: Erst Ausspielen (falls gewünscht), dann Würfeln vorrang. Wenn ich da als SL ein bisschen vorsichtig bin, sehe ich dort weniger Gefahren.

    Zur Mischregel und Fairness:
    * Zum einen Mal wird die ganze Sache schonmal dadurch fairer, weil der Darsteller sich nicht mehr an sozialen Würfen vorbeiquatschen kann. Könnte er dies, dann hat er einen krassen Vorteil gegenüber den Würflern, da die sich auf ihre sozialen Fähigkeiten und ihr Würfelglück verlassen müssen. Er bräuchte beispielsweise keinerlei „Punkte“ in diese Fähigkeiten investieren und wäre als SC trotzdem gut auf dem Gebiet.
    * Würde man nun nur Boni verteilen hätten wir genau das Gleiche nur etwas abgeschwächt: Die Darsteller kriegen den Bonus die Würfler eben nicht. Die Darsteller könnten durch ihre Darstellerei also immer versuchen einen kleinen Vorteil zu bekommen und wenn es kein Risiko gibt (in Form eines Malus), dann gibt es für sie auch keinen Grund dies nicht zu tun.
    * Führt man die Mali ein, dann sieht die ganze Sache auf den ersten Blick schon etwas besser aus, aber der Darsteller hat immer noch einen Vorteil: Er hat mehr Spielraum, mehr Möglichkeiten. Er weiß, dass er gut darstellen kann, also hat er eine weitere Option zur Verfügung. Daher gehen wir auch noch diesen Schritt und erlauben dem Würfler in der dritten Person zu bleiben. Dadurch wird er jetzt nicht nur nach den gleichen Maßstäben bewertet, sondern hat auch die gleichen Möglichkeiten.

    Regeltechnisch sehe ich das an diesem Punkt als fair an.

    * Ein letzter Punkt ist noch die menschliche Fairness. Die Darsteller erhalten wesentlich mehr Aufmerksamkeit bei ihren sozialen Interaktionen. Bei einem Spiel, in dem viele solcher Interaktionen stattfinden, kann das ganz schnell dazu führen, dass der Spielleiter den größten Teil des Abends mit den Darstellern verbringt. Daher gebe ich am Ende noch den Hinweis, dass man sich als Spielleiter bei den Darstellern ruhig etwas zurücklehnen kann und diese schneller abhandelt, was in der dritten Person gut funktioniert. Besonders bei unwichtigen Gesprächen kann man hier einiges kürzen. Wenn man nun noch jeden Ausflug in die Ich-Perspektive der Würfler annimmt, kann man damit ganz gut das Spotlight gleichmäßig auf die Spiler verteilen. Dies ist nicht wirklich eine Regelung, sondern einfach nur das subtile Bemühen des SL allen Spielern gleich viel Aufmerksamkeit zu schenken ohne diese offensichtlich ins Rampenlicht zu schubsen („Der Bauer spricht dich an. Spiel uns doch mal vor, was du ihm so erzählst!“).

  4. Falk schreibt:

    Achso, du meintest, weil man die dritte Person wählen kann, ist es fair.
    möglich.

    SC-SC Proben haben wir bei uns nie gehabt. Zumindest hatte sich die Sache schon in der Frühzeit unseres RPGs erledigt.

    Was mich beim reinen Ausspielen auch oft stört, ist die fehlende Hartnäckigkeit. Die wenigsten Spieler, die ich kenne, spielen einfach nur ihren Char aus, sondern versuchen auch gleichzeitig herauszufinden, was der SL von ihnen will.
    Das führt dann zu solchen Situationen, wo der Spieler SOFORT aufgibt, wenn der NSC einmal nein sagt und wenn das Abenteuer in die Hose geht kommen Rechtfertigungen wie „aber du wolltest doch nicht, daß der NSC ja sagt, sonst hätte er ja nicht nein gesagt“ und ich muss dann sagen „nein, ich wollte nur, daß ihr euch MEHR anstrengt, anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen“.

    Ich hatte vor 2-3 Wochen noch genau so eine Situation.
    Da log ein Rebellenführer den Spielern vor „Ich erfahre auf jeden Fall, wenn ihr euch mit dem Feind verbündet“ und die Spieler „Ok, wir behalten eurer Versteck für uns“
    Das Abenteuer lief dann schief und ein Spieler fühlte sich im Recht „Aber du hast doch gesagt, der Rebellenführer erfährt auf jeden Fall,wenn wir zur Stadtwache rennen also bist du Schuld, das wir das Abenteuer nicht geschafft haben (wääh, wääh,wääh)“.
    Und ich „nein, das war ein BLUFF, wenn ihr euch verarschen lasst, seid ihr doch selber Schuld“.

    Mittlerweile bevorzuge ich es, zuerst zu würfeln. Wenn der Spieler danach nicht ausspielen will, hat er eben Pech gehabt. Rollenspiel ist für mich eine freiwillige Tätigkeit und es gibt auch keine Gummipunkte. Ausspielen ist in bestimmten Situationen selbstzweck.

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