Zwei kleine Tipps

Ich möchte diesmal zwei kurze Tipps geben, welche ich bisher in keinem größeren Artikel vernünftig unterbringen konnte.

Karteikarten und Klebezettel

Karteikarten und Klebezettel leisten nicht nur im Büro, sondern auch in Rollenspielrunden, großartige Dienste.

Klebezettel eignen sich wunderbar, um in gekauften Abenteuern oder Regelwerken Vermerke zu machen. Einige Regelbücher haben ein Errata, also ein Korrekturverzeichnis, welches sich nachträglich nur schlecht in das Buch einbinden lässt. Sicherlich kann man das Errata ausdrucken und in das Buch legen. Einen Klebezettel, auf der die Korrektur gleich draufsteht, an die entsprechende Stelle kleben, ist aber wesentlich einfacher und praktischer.

In Kaufabenteuern sind die kleinen Zettel ebenfalls praktisch. Beim Vorbereiten des Kaufabenteuers kann man zusätzliche Informationen und Hintergründe direkt in den Band einkleben. Dadurch verändert man den Inhalt so, dass er den eigenen Spielleiterstil am besten unterstützt. Nehmen wir an du vermisst in deinem Kaufabenteuer Kurzzusammenfassungen der NSC. Du kannst dann einfach entsprechende Schlagwörter auf einen Klebezettel schreiben und diesen an der Stelle einkleben, an der der NSC zum ersten Mal auftaucht. Ist diese Begegnung gelaufen, kannst du den Zettel herausnehmen und im nächsten Abschnitt, in dem der NSC einen wichtigen Auftritt hat, neu einkleben. Nicht zuletzt funktionieren Klebezettel auch als simple Lesezeichen.

Manchmal kann man die Klebezettel auch gut an die Wand hängen. Deine Spieler können mit den Klebezetteln schnell eine Übersicht (z.B. über ein NSC-Netzwerk) erstellen, welche alle Spieler während der Runde immer im Blick haben und einfach verändern können. Das ist wesentlich günstiger als sich ein Whiteboard anzuschaffen, funktioniert aber zugegebenermaßen nicht an jeder Wand. Eine Alternative bietet der Spielleiterschirm. Die Spieler können daran Klebezettel anheften, um wichtige Dinge immer “auf dem Schirm“ zu haben. Kaum noch erwähnenswert, dass man als Spielleiter die Innenseite des Schirms genauso nutzen kann.

Der zweite Allrounder sind Karteikarten. Es gibt diese (wie Klebezettel) in verschiedenen Größen und Farben. Dadurch können sie leicht verschiedene Dinge kodieren (gelb für NSC, grün für Orte, etc.) und verschieden viel Inhalt fassen. Dazu kommt, dass man sie in Karteikästchen leicht sortieren und wiederfinden kann. Benutze Karteikarten für Kurzzusammenfassungen von NSCen, Orten, Regeln und Monsterwerten. Oder lege einen Karteikasten an, in dem du all die Ideen aufbewahrst, welche dir irgendwann kommen, egal, ob du sie demnächst brauchst oder nicht.

Karteikarten können auch als Initiativemarker dienen. Schreibe dazu auf je eine Karteikarte den Namen eines SCs oder den Namen eines Monsters – oder einer Monstergruppe. Steht die Initiative fest, kannst du sie in einem Stapel so anordnen, dass oben die Karte des Kampfteilnehmers liegt, der als erstes agiert, gefolgt von allen anderen, entsprechend ihrer Reihenfolge. Die oberste Karte sagt dir also immer wer als nächstes am Zug ist, außerdem lassen sich auf den Karten die Zustände und wichtigen Werte der Kampfteilnehmer notieren. So siehst du immer auf den ersten Blick, in welchem Zustand sich eines deiner Monster befindet, welche Zauber auf ihm liegen, mit was es angreifen kann usw. Eine Variation hiervon ist aus den Karteikärtchen kleine “Zelte“ zu machen (einmal in der Mitte knicken) und den Spielern jeweils ein solches Zelt zu geben. Wird eine neue Initiative ermittelt, können sie alle gleichzeitig ihre Karte auf ein vorher aufgemaltes Raster legen. Für deine Monster machst du ebenfalls Zelte, welche auf das Raster gesetzt werden, sobald diese an die Reihe kommen. Innerhalb weniger Sekunden ist damit die Zugreihenfolge geklärt und für jeden sichtbar.

Karteikarten können auch als greifbare Version von Gegenständen der Spielwelt herhalten. Die Gruppe hat zwei mächtige Heiltränke? Schreibe auf zwei Karteikarten „mächtiger Heiltrank“ und gebe sie den Spielern, dabei gilt die Regel, wer die Karten hat, dessen SC hat auch die Heiltränke. Dadurch ist immer genau geklärt, wer diese hat, wenn es darauf ankommt. Ähnlich zu Gegenständen lassen sich Karteikarten auch zu einem Zauberbuch zusammenstellen (vergleiche hierzu Bastelwütiger Spielleiter Teil 2).

Ein kleiner Haufen ungebrauchter (oder alter, nur einseitig beschriebener) Karteikärtchen ist praktisch, um einem der Spieler eine Information zu übermitteln, welche die anderen nicht hören sollen. Außerdem kann man Karteikarten als Counter nutzen (vor allem alte, beidseitig beschriebene, Karteikarten).

Kopiere oft benötigte Seiten

Dieser extrem simple Tipp hat sich bei mir erst diese Woche wieder wunderbar bewährt. Wir spielten eine Runde Kobolde! und wer das Spiel kennt, weiß, dass die Lebensdauer der SCe (Kobolde) sehr kurz ist. (Einer der Spieler hat es tatsächlich geschafft innerhalb von fünf Minuten gleich zwei seiner Charaktere zu verlieren, Charaktererschaffung mit eingerechnet!) Mit sechs dem Spiel neuen Spielern und nur einer Kopie des Regelwerkes, ist es sehr schwierig das Spiel flüssig zu spielen. Zu oft müsste das einzelne Regelwerk herumgereicht, darin geblättert und darauf gewartet werden. Ich habe daher wichtige Seiten des Regelwerkes kopiert (um genau zu sein, habe ich diese sogar in gekürzter Version herausgeschrieben) und in Klarsichtfolien gesteckt. Diese Regelauszüge und Listen habe ich dann auf den Spieltisch gelegt, sodass die Spieler, wenn sie etwas nachlesen wollten oder mussten, die entsprechenden Blätter immer griffbereit hatten. Dies hat sehr gut funktioniert und es musste nur zweimal am gesamten Abend das Buch herumgereicht werden.

Seiten die sich lohnen kopiert zu werden sind

  • alle Regeln und Tabellen, welche oft gebraucht werden und sich niemand merken kann.
  • alle Regeln und Tabellen, für die absehbar ist, dass sie am Abend gebraucht werden.
  • die Zauber und speziellen Fertigkeiten der Spielercharaktere.
  • alle Einträge zu einem Mechanismus, welcher über verschiedene Kapitel (oder sogar Bücher) verteilt ist. Man kann diese dann von den kopierten Seiten ausschneiden und auf einer Seite sammeln (oder Entsprechendes am PC machen, wenn man einen Scanner besitzt).

Weitere Ideen?

Das waren meine Vorschläge, wie man Klebezettel, Karteikarten und einen Kopierer benutzen kann, um den Spielabend reibungsloser und übersichtlicher durchführen zu können. Welche weiteren Verwendungsmöglichkeiten fallen euch für Klebezettel und Karteikärtchen ein? Welche wichtigen Seiten, würdet ihr aus den Büchern kopieren, um sie immer zur Hand zu haben?

Habt eine fantastische Woche!

Michael

Über spielleiten

Autor von spielleiten.wordpress.com
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2 Antworten zu Zwei kleine Tipps

  1. Pingback: Anonymous

  2. edalon schreibt:

    Wieder einmal wunderbare Tipps für das Rollenspiel! Danke!
    Neulich erst habe ich meine alte Rollenspiel-Karteikartensammlung durchgesehen und mich gefragt, ob die Verwendung von Karteikarte im Rollenspiel noch zeitgemäß ist. Seit einiger Zeit erfolgt meine Rollenspielvorbereitung quasi vollständig elektronisch.
    In meiner früheren Fantasy-Spielgruppe haben wir Karteikarten auch für die Reittiere verwendet. Auf der Karte wurden jeweils die wichtigen Daten des Reittieres notiert (ähnlich wie bei Monstern oder NSC). Die Karteikarten wurden dann den Spielern der reitenden Charaktere zugeordnet und an der Position der Karte konnte jederzeit erkannt werden, ob das Reittier gerade den Charakter trägt oder geführt wird (Beschriftung nach oben = Charakter reitet, Beschriftung nach unten = Charakter führt sein Reittier).

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