Fünf einfache Wege zur Kreativität

Autor: Dragos Roua

Übersetzung: Michael Beck

Originalartikel: Five ridiculously easy ways to unblock writers block

Ihr denkt vielleicht, dass man nach 500 geschriebenen Artikeln kein Problem mehr mit Schreibblockaden hat. Dies ist falsch. Ja, ich habe über 500 Artikel in meiner Karriere geschrieben, trotzdem möchte ich manchmal den weißen Bildschirm anschreien. Die fröhliche, grüne Weide, auf der meine Ideen herumtollen, ist dann nur noch eine öde Wüste. Die Wörter kehren mir den Rücken zu und lassen mich orientierungslos zurück. Ja, selbst nach 500 Artikeln, werde ich immer noch von diesem Biest überfallen.

Wenn ich unaufmerksam bin, passiert dies. Jedoch – und das sind die guten Nachrichten – lässt sich dieses Biest bekämpfen, sogar schon, wenn es noch weit entfernt ist. Es lässt sich nicht vollständig besiegen, aber mit guter Planung, ein paar Tricks und etwas Disziplin –  kombiniert in fünf einfachen Prinzipien – hält man es auf Abstand.

Lass es gar nicht erst passieren

Es heißt, Krankheiten sind einfacher zu vermeiden, als zu heilen. Deine Ideen dürfen nie aufhören zu sprudeln. Erfasse jede einzelne Idee die dir begegnet. (Ich glaube, wir haben Ideen nicht, sondern wir begegnen ihnen). Unterbreche, was auch immer du gerade tust und schreibe die Idee auf. Benutze ein Notizbuch, dein Handy, ein Tonband oder was auch immer für dich funktioniert.

Wie du die Ideen festhältst ist nebensächlich, solange du es machst. Ich bin ein kleiner Technikfreak, daher benutze ich mein iPhone (iAdd).

Wenn, an einem einsamen Morgen, die Schreibblockade, mit einem kurzem und unschlagbarem: „Es gibt nichts mehr, worüber du schreiben kannst, Dragos!“, meine Hände lähmt. Dann habe ich ein unglaubliches Gefühl der Erleichterung, wenn ich mein App starte und von den Dutzenden Ideen eine zufällige auswähle.

Schreibe für jemand anderes

Ob du es glaubst oder nicht, wir sind darauf gepolt zusammen zu arbeiten. Als soziale Wesen haben wir ein konstantes Bedürfnis nach Unterstützung und Förderung. Wenn du nur für deine eigenen Projekte schreibst (sei es ein Blog, ein Buch oder eine Kolumne), stoppt irgendwann etwas in dir. Du verlierst deinen Antrieb.

Dieses Stoppen kann sich in einer Schreibblockade äußern (manchmal auch als Depression – das ist jedoch ein anderes Thema). Wenn es als Schreibblockade auftaucht, schreibe für jemand anderes. Wenn du ein Journalist bist, mache einem Kollegen einen Gefallen. Wenn du ein Blogger bist, mache einen Gastbeitrag. Sei dabei ehrlich – im Sinne von: Das Beste von mir für dich.

Wie von Zauberhand werden die Wörter fließen. Die Inspiration wird dich treffen, wie der Apfel Newton. Fantastische Bilder und Ideen werden in deinem Kopf explodieren. Tief in dir suchst du nach Bestätigung. Manchmal muss man, um den eigenen Weg freizumachen, jemand anderes Weg frei machen.

Freewriting

Eine häufige Quelle für Schreibblockaden ist das ständige Streben nach Bedeutung, Form oder das Einhalten von Einschränkungen, wie einer festen Länge (1000 Wörter bis heute Nachmittag, ok?). Dies setzt einen unter Druck. Meine Artikel sind gewöhnlich zwischen 1000 und 1200 Wörter lang. Manchmal könnte ich jedoch alles in nur 30 Wörtern ausdrücken.

Wenn das passiert, lege ich das Projekt zur Seite und betreibe Freewriting. Keine Beschränkungen. Keine Limits. Einfach nur, was auch immer in den Kopf kommt, aufschreiben. Ich hebe diese Schriftstücke nie auf, denn sie sind natürlich dumpf, langweilig oder lächerlich.

Der Effekt dieser kurzen Übung ist jedoch erstaunlich. Nachdem die kleinen Stückchen Müll aus allen Ecken meines Bewusstseins ein Ziel gefunden haben – welches ich danach wegwerfe – übernimmt mein normales und organisiertes Hirn wieder die Führung. Abschnitte formen sich ganz natürlich, Strukturen erscheinen wie nebenbei und mein Projekt ist innerhalb weniger Minuten beendet.

Von A nach B in fünf semantischen Schritten

Obwohl ich dieses Spiel früher als Kind gespielt habe, ist dieser Tipp ernst gemeint.  Ich benutze es, wenn die obigen Techniken versagt haben (also wenn mein App leer ist, ich keine Gelegenheit habe, für jemand anderen zu schreiben und Freewriting versagt).

Ich wähle zwei zufällige Wörter und schreibe sie auf. Danach versuche ich fünf semantische Verbindungen von Wort A nach Wort B zu finden. Dies könnte beispielsweise so aussehen:

Hochhaus – Himmel – Vogel – Flugzeug – Flügel – Blätter – Kohl

Auch wenn man keine Schreibblockade hat, ist es eine gute Übung. Indem man sich zwingt unerwartete Verbindungen zu erschaffen, erhält man unerwartete Ideen, Strategien oder Ansätze. Unerwartet ist gut. Probier es aus.

Beruhige deinen Geist

Wenn du dein Hirn in ein Radio verwandeln könntest, wärst du völlig überrascht, wie viele Sender du  gleichzeitig hörst. Selbst wenn du denkst, dass du nichts denkst, denkst du in Wirklichkeit an irgendetwas. Richtig, dieser Tipp handelt über Meditation. Ich nenne es: Den Geist beruhigen. Dies klingt schlauer, eigentlich ist es aber nur eine Form der Meditation.

Manchmal spülen tausende Gedanken, welche wir ständig pflegen, verändern und anpassen, unsere Konzentration fort. Wir müssen den Geist beruhigen, aber nicht mit Gewalt, dies würde den Krach nur verstärken.

Folge geduldig jedem einzelnen Gedanken, bis er verschwindet, erkenne deine Träume und Erinnerungen. Schau dir diese Show an, als ob es die Gedanken eines anderen wären. Wenn du geduldig bist und der Versuchung widerstehst diese Fetzen in unabhängige Szenen zu entwickeln, wirst du wieder der Herr über deine Gedanken. Nur dadurch werden sie gestoppt Unsinn von sich zu geben, von dem du glaubtest, dass er zu dir gehört.

Schreibblockade ist oft nur eine Form von Ungleichgewicht im Leben. Diese Hinweise sind daher nicht nur für Autoren nützlich.

Zusammenfassend: Plane mit Bedacht, schreibe für andere, nehme dich selbst nicht zu wichtig, spiele mit den Wörtern und entleere deinen Kopf von Zeit zu Zeit.

Über spielleiten

Autor von spielleiten.wordpress.com
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