Der bastelwütige Spielleiter. Teil 2

Fraktale und Zaubersprüche

Dies ist der zweite Teil in der Reihe: Der bastelwütige Spielleiter. Es wird insgesamt sieben Teile geben, welche unregelmäßig und parallel zu den wöchentlichen Spielleitertipps erscheinen.

Inspiriert von diesem Beitrag möchte ich kurz erzählen, wie ich diesen in meiner Runde umgesetzt habe. Für alle die den englischen Beitrag nicht lesen wollen hier in Kürze der Inhalt: Es geht darum, dass ein Spieler gerne zaubern möchte, ohne den anderen Spielern zu verraten was er da zaubert. Die Lösung, welche sich dieser Spieler ausdachte, ist, dass er kleine Umschläge bastelte, welche von außen mit dem Bild eines Fraktals bedruckt waren. In den Umschlag kann er nun zusätzliche Informationen wie Wirkungsdauer oder Ziel des Zaubers packen und den verschlossenen Umschlag seinem Spielleiter geben. Auf Grund des Bildes auf dem Umschlag haben die anderen Spieler die Gelegenheit zu lernen, welcher Umschlag für welchen Zauber steht. Dies simuliert, dass die SCe mit der Zeit lernen, was die kryptischen Worte und Gesten ihres Magiers zu bedeuten haben.

Ich fand diese Idee sehr schön, wusste jedoch nicht so recht, wie ich kleine Umschläge basteln sollte. Hier also meine Version dieses Tipps: Es gibt ein nettes Programm, welches dem ein oder anderem TCG-Spieler (Trading Card Games) sicherlich bekannt ist. Es heißt Magic Set Editor und erlaubt einem seine eigenen Karten zu entwerfen. Es gibt auf der Homepage Dutzende von verschiedenen Vorlagen, welche man wunderbar zweckentfremden kann (ich wählte im Folgendem Modern Clear Promo und Modern Unhinged Land). Das Programm ist sehr einfach zu bedienen. Wenn man eine Karte erstellt, dann gibt es eine Reihe von Feldern, welche man einfach ausfüllen kann. Die Schriftgröße und Ausrichtung der Schrift geschieht dabei automatisch. Um das ganze deutlich zu machen, hier einfach mal ein Bild von einer Karte die ich erstellt habe:

Der Zauber Magisches Geschoss.

Diese Karte beschreibt den Zauber Magisches Geschoss. Der Level des Zaubers ist oben rechts (im Manakostenfeld, für alle Magic-the-Gathering-Kenner) angegeben. In der Mitte (im Feld für den Kartentyp) gebe ich die Schule der Magie und die Dauer zum Wirken des Zaubers an. Im darunterliegendem Textfeld erscheinen Parameter wie Reichweite, welche Art von Zielen betroffen sind usw. Darunter existiert ein weiteres Textfeld (der Anekdotentext), welches voreingestellt in kursiver Schrift ausgefüllt wird: Hier beschreibe ich in einem Satz oder zwei die Wirkung des Zaubers. Ganz klein unten links (Bei Magic-Karten findet sich hier der Name des Künstlers des Bildes) befindet sich die Abkürzung des Buches mit Seitenzahl, in welchem der Zauber zu finden ist. Unten links (normalerweise das Feld für Stärke und Widerstandskraft von Kreaturen) befinden sich abgekürzt die Komponenten des Zaubers.

Zu jedem Zauber erstelle ich außerdem eine Rückseite. In dem Programm kopiere ich einfach die Karte.

Magic-Set-Editor in Aktion

Für diese Kopie ändere ich die Style-Einstellung der Karte auf Modern Unhinged Land  und lösche das Feld für die Überschrift und den Künstler. Auf diese Art haben Rückseite und Vorderseite das gleiche Bild. Mit Hilfe des Druckbefehls des Programms kann man die Karten als 3×3-Bögen ausdrucken. Danach schneide ich die Vorder- und Rückseite aus und stecke sie in eine Kartenhülle (einschließlich nicht mehr benötigter Magic-the-Gathering-Karte).

Das Ergebnis ist ein gut greifbarer “Umschlag“, in welchen mein Spieler zusätzliche Informationen stecken kann. Möchte mein Spieler bestimmte Zauber für diesen Tag vorbereiten, dann legt er einfach die entsprechenden Karten vor sich aus und verstaut die anderen wieder.

Die Vorder- und Rückseite wird zusammen mit einer Magic-Karte in die Hülle gesteckt.

Die Vorder- und Rückseite wird zusammen mit einer Magic-Karte in die Hülle gesteckt.

Ein paar kurze Hinweise:

  • Wie im Originalartikel angemerkt, benutze ich gleiche (oder gleichfarbige) Fraktale, um die verschiedenen Schulen der Magie zu repräsentieren.
  • Der Magic Set Editor  ersetzt automatisch im Haupttextfeld und im Manakostenfeld einzelne Großbuchstaben und Zahlen durch Manasymbole, das kann ungewünschte Effekte hervorrufen. Manchmal kann man dieses Problem entgehen, aber nicht immer. Wenn ihr also Informationen habt, welche oft einzelne Großbuchstaben enthalten, dann packt diese besser in das Anekdotentextfeld.
  • Es gibt nur zwei Schriftfarben: Schwarz mit weißem Schatten und Weiß mit  schwarzem Schatten. Auf Grund des Schattens, lassen sich die beiden Schriftfarben auf fast jedem Hintergrund lesen. Ihr solltet es jedoch vermeiden einen Hintergrund zu benutzen, welcher an einigen Stellen sehr hell und an anderen Stellen sehr dunkel ist.
  • Nicht jeder ist Besitzer einer Magic-Kartensammlung, das macht jedoch nichts, solange man sich nicht in den nächsten Spielwarenladen stürzt, um teure neue Karten zu kaufen! Es gibt viele Magic-Spieler, welche hunderte nicht mehr benötigter Karten haben, einfach bei denen nach ein, zwei Dutzend nachfragen oder falls sich kein Spender finden lässt, im Internet für ein oder zwei Euro ein paar Hundert kaufen (mehr sollte man für die Karten wirklich nicht ausgeben! Schaut nach den Begriffen Commons und Lands/Länder, diese sammeln sich in Massen und oft ungewollt bei den Spielern an). Kartenhüllen bekommt man eventuell auch von einem Spieler gespendet oder man kauft im Spielwarenladen 100 klare Hüllen (gibt es ab 2 €).

Also dann, mach dem Hexer oder Magier in deiner Gruppe (im Zweifel du selbst) eine Freude und bastel ihm ein schönes Zauberbuch (ich habe für meines insgesamt etwa zwei Stunden benötigt).

–        Michael

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